Rezension Anna Forster erinnert sich an die Liebe

“Wenn ich glücklich bin, müssen sie kein schlechtes Gewissen haben” 

Anna ist 38 Jahre alt, als sie die Diagnose Alzheimer bekommt. Als sie merkt, dass die Krankheit sie zu sehr einschränkt und auch die Menschen in ihrer Umgebung gefährdet, beschließt sie in ein Heim für betreutes Wohnen zu ziehen. Die Wahl fällt auf das Rosalind House, in dem sie sehr bald Luke kennen lernt. Auch er hat im Alter von 40 Jahren eine Form von Alzheimer. Die beiden verstehen sich schnell sehr gut und verlieben sich auch bald ineinander. Als Eve als neue Köchin in Rosalind House anfängt, ist es Anna und Luke nach einem tragischen Vorfall jedoch verboten, zusammen zu sein. 
Als Anna Eve bittet, ihr zu helfen, kann sie nicht anders als zuzustimmen. 
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Ich habe dieses Buch als Rezensionsexemplar vom Verlag zur Verfügung gestellt bekommen. Das beeinflusst meine Meinung natürlich in keiner Weise. 

Eigentlich lese ich nicht oft Geschichten in denen es vordergründig um Liebe geht und auch Geschichten über kranke Menschen kommen nicht all zu häufig bei mir vor. Allerdings hat mich dieses Buch einfach angesprochen und so ist es bei mir eingezogen und ich habe auch direkt damit begonnen, es zu lesen.

Die Geschichte wird aus drei Perspektiven erzählt. Einmal von Anna aus der Vergangenheit, wir setzten aus ihrer Sicht 15 Monate vorher an. Und dann wird die Geschichte von Eve aus der Gegenwart erzählt. Die dritte Perspektive wird von Eves Tochter Clementine erzählt. Ihre Kapitel haben aber nur sehr wenig mit der eigentlichen Haupthandlung zu tun. Diese Kapitel hätte es für mich ehrlich gesagt nicht unbedingt gebraucht, sie haben der Geschichte aber auch keinen Abbruch getan.

Ich war nach den ersten paar Seiten schon direkt drin in der Geschichte. Man erfährt ziemlich zügig, wie sich die Alzheimer bei Anna bemerkbar gemacht hat und welche Konsequenzen das für sie hat. Die Stimmung in dem Buch war teilweise wirklich fröhlich, Anna ist ein sehr lustiger Charakter. Sie hat auch den Galgenhumor, den viele Kranke aufweisen. Es war wirklich so, dass ich bei manchen Abschnitten lachen musste, obwohl es eigentlich gar nicht witzig war. Aber manche Ereignisse im Leben kann man nur mit Humor ertragen.

Auf der anderen Seite war das Buch aber auch sehr bedrückend. Ich habe es immer wieder weg legen müssen weil mich manchen Sachen einfach sehr mitgenommen haben. Oft waren es nur Kleinigkeiten. An manchen Stellen zum Beispiel werden Luke und Anna einfach behandelt wie kleine Kinder. Ich fand das einfach schlimm, denn es sind ja immer noch erwachsene Menschen. Auch wenn sie vielleicht nicht so interagieren können wie es für ihr Alter normal wäre. Und doch habe ich das Buch eine kurze Zeit später wieder in die Hand genommen, weil ich zurück in die Geschichte wollte. Ich wollte einfach wissen, wie es weiter geht.

Die Charaktere haben mir sehr gut gefallen. Die meisten waren auf die ein oder andere Weise liebenswert. Ich mochte Anna sehr gerne und auch Eve war mir sympatisch. Auch Luke, Clara und ihr Mann Laurin fand ich toll. Und selbst Bert war auf seine Art ein netter Kerl. Eric, den Heimleiter konnte ich schon auf den ersten Seiten nicht ausstehen. Annas Bruder Jack war ein Kapitel für sich. Ich konnte verstehen, was ihn motiviert hat, so zu handeln wie er eben handelte. Allerdings fand ich es furchtbar engstirnig und er ging mir teilweise wirklich auf die Nerven.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass mir das Buch wirklich gut gefallen hat. Das ist eine der wenigen Geschichten, bei denen ich mir vorstellen kann, sie später wieder zur Hand zu nehmen und sie noch einmal zu lesen.

  • Autorin: Sally Hepworth
  • Verlag: Blanvalet Verlag
  • Seiten: 384
  • Preis: 20,00€
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