Rezension Young Elites 2- Das Bündnis der Rosen

“Verzweiflung kehrt bei jedem die dunkelsten Seiten hervor”

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Adelina will nur eins und das ist Rache. Rache an allen, die sie verletzt und verraten haben. Sie begibt sich auf die Suche nach Verbündeten, die ihr dabei helfen sollen, ihren Plan in die Tat umzusetzen. Doch mit der Zeit wird ihr klar, dass sie gegen einen viel stärkeren Gegner kämpfen muss als sie zunächst geglaubt hat – gegen sich selbst.

Adelina ist von Anfang an direkt wieder die düstere Figur, die wir schon aus dem ersten Teil kennen. Sie ergötzt sich daran, wenn sie andere Quälen und ihnen Schmerzen zufügen kann, wenn die Leute Angst vor ihr haben. Und doch ist sie eigentlich ein guter Mensch oder zumindest will sie es sein. Am Anfang zu Beispiel hilft sie im Prinzip nur jemanden, der sich alleine nicht wehren kann. Ist sie für mich eine Antiheldin? Ja und nein. Denn hier ist der Punk: sie tut wirklich schlimme Dinge und findet diese meistens auch noch gut aber sie hat eigentlich positive Absichten. Sie will, dass das Leben für sie und ihres Gleichen besser wird. Außerdem gibt es keine Helden in diesem Buch, keine Charaktere die schwarz oder weiß sind. Hier sind alle grau. Und das finde ich sehr realistisch. Aber in einem Buch, in dem es keinen Helden gibt kann es auch keine Antihelden geben. Das ganze Konzept ist für mich einfach mal erfrischend anders im Jugendbuch-Genre.

Negativ aufgefallen ist mir, dass einige Dinge sehr konstruiert waren. Als Beispiel fand ich es ziemlich unwahrscheinlich, dass ein sehr wichtiger Plan noch mal groß und breit in alles Öffentlichkeit besprochen wird. Außerdem wurden wir im letzten Band flüchtig mit einer Tierart bekannt gemacht, den Balira. Ich fand das im letzten Band schon seltsam, denn eigentlich wurde kaum über Flora und Fauna gesprochen. Aber hier gab es eine Szene ziemlich zum Ende, für die die Balira einfach notwendig waren. Da hätte es mir einfach besser gefallen, wenn wir einen klein wenig mehr Einblick in die Tierwelt bekommen hätten, denn dann hätte es sich nicht so hingeklatscht angefühlt. Leider war mir auch gerade in der erwähnten Szene zu viel los.

Die Geschichte wird aus mehreren Perspektiven erzählt, was ich persönlich sehr gut fand. Der Schreibstil ist spannend, wie ich es von Marie Lu gewöhnt bin. Ich musste mich regelrecht zwingen das Buch aus der Hand zu legen. Und das ist meistens bei zweiten Teilen einer Trilogie nicht der Fall. Aber Marie Lu schafft es für mich immer wieder, jeder Buch fesselnd zu schreiben.  Das war schon bei der Legend Trilogie der Fall.
Auch die letzten Sätze waren klasse gewählt. Es ist kein Cliffhanger aber trotzdem macht es große Lust auf den dritten Teil.
Auch finde ich, dass das Buch ein paar wichtige Punkte beleuchtet, zum Beispiel ob der Zweck wirklich jedes Mittel heiligt oder was fanatischer Glaube alles anrichten kann. Das finde ich richtig gut gemacht.
Ich bin gespannt, wie sich alles auflösen soll und freue mich schon sehr auf den dritten Teil, der ja zum Glück schon erschienen ist.

  • Autorin: Marie Lu
  • Verlag: Loewe Verlag
  • Seiten: 416
  • Preis: 18,95 €
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