Rezension Scythe- Hüter des Todes

Wann ist eine Welt Perfekt? 

(Werbun)

In einer Zukunft, in der die Menschen Armut, Krankheit und Tod überwunden haben, gibt es nichts mehr, vor dem man sich fürchten müsste. Fast zumindest, denn einige Menschen, die Scythe, bestimmen darüber, wer leben darf und wer durch ihre Hand doch sterben muss. 

Als Citra und Rowan als Lehrlinge berufen werden, treten sie in einen Wettstreit darum, wer ein Leben als Scythe führen wird. Immerhin bekommt die Familie des Gewinners Immunität, solange der Scythe lebt. Aber schon bald geht es um viel mehr als das. 




Also als erste möchte ich sagen, dass ich die Geschichte als Hörbuch gehört habe. Und das war einfach großartig gelesen. Der Sprecher Torsten Michaelis, der 99% des Buches liest, hat das grandios vertont.An einer Stelle hätte ich sogar fast weinen müssen. Ich weis nicht, ob das auch so gewesen wäre, wenn ich das Buch selbst gelesen hätte, denn sowas kommt bei mir wirklich selten vor.

Jetzt aber zur Geschichte an sich. Citra und Rowan waren mir gleich sympatisch. Sie waren so, wie man sich vorstellt, dass Lehrlinge sein sollten, denen man solch eine Aufgabe irgendwann einmal anvertraut.
Auch ihr ausbildender Scythe, Scythe Faraday, hat mir gut gefallen. Dafür, dass er über Leben und Tod entscheidet, ist er sehr bodenständig, ja gerade zu demütig. Denn das wichtigste ist, diese Arbeit nicht als Privileg zu sehen sondern als das was es ist: eine Bürde. Er hat einen sehr guten Blick auch das System, in dem sie leben und versucht alles, so gut es geht an Rowan und Citra weiterzugeben.

Aber zu einer guten Geschichte gehört natürlich auch ein Antagonist. Es gibt eine Gruppe von Scythe, die ihre Stellung und ihre Aufgabe völlig anders interpretieren als Faraday. Und hier zeigt das Buch sehr gut auf, dass es eben nicht nur schwarz und weiß gibt. Denn auch in solch einer Gruppe gibt es Menschen mit einem eigentlich guten Kern. Menschen die aus angeblicher Ermangelung an Möglichkeiten falsche Entscheidungen treffen.

Außerdem zeigt das Buch eben auch auf, dass ein angebliches Paradies von den Menschen abhängt, die darin leben. Denn auch wenn man Tod, Elend und Not ausmerzen kann, so kann man es eben nicht mit den negativen Eigenschaften der Menschen tun.

Zwei Dinge haben mich allerdings etwas gewundert. Auf das eine kann ich nicht eingehen, da es ganz am Ende passiert. Aber das hat sich mir einfach nicht erschlossen. Und die andere Sache ist das ganze Konzept dieser Welt.
Denn die Frage, die sich mir hier stellt, ist: Wozu den Tod überwinden um dann trotzdem zu sterben?
Also ich frage mich einfach, ob das ein logisches Konzept wäre. Warum nicht die Menschen 200 oder 300 Jahre leben lassen und sie dann sterben lassen? Oder wenn man ewig leben will, keine Kinder zu bekommen? Wozu Naniten einpflanzen, wenn ich doch wieder zu jeder Zeit an jedem Ort sterben kann? Anders zwar, nicht auf natürlichem Weg, aber macht das einen Unterschied?

Abschließend kann ich sagen, dass mir das Buch sehr gut gefallen hat. Ich freue mich auf den zweiten Teil, der ja bald erscheint und den ich auf jeden Fall wieder als Hörbuch hören werde.

  • Autor:Neal Shusterman
  • Verlag: Fischer Sauerländer
  • Seiten: 528
  • Preis: 19,99 €
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  • Hörbuch: Argon Hörbuch
  • Sprecher: Torsten Michaelis als Hauptsprecher
  • Dauer: 09h 03m (gekürzt)
  • Preis: 15,95 €
  • Zum Hörbuch
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