Rezension Ready Player One

“Die Oasis – Das großartigste Videospiel aller Zeiten”

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Wie sieht unsere Welt in der Zukunft aus, wenn wir so weiter machen wie bisher? Im Jahr 2045 leiden die meisten Menschen unter Armut und Hunger, die Erdölvorräte sind mittlerweile aufgebraucht. Das Einzige, woran sich die Leute erfreuen können, ist die Oasis, ein riesiges virtuelles Universum, in dem alles möglich zu sein scheint. Als der Erschaffer dieses Universums stirbt, wird sein Testament veröffentlicht und darin wird bekannt gegeben, dass derjenige, der das von ihm versteckte Easter Egg findet, der Erbe seines gesamten Besitzes wird.
Aber keiner weiß, wo man eigentlich anfangen soll und so gerät die Suche nach und nach immer mehr in Vergessenheit. Bis eines Tages ein Name auf dem Scoreboard erscheint: Parzival. Er hat den ersten Hinweis entschlüsselt und damit die Jagt nach dem Ei wieder entfacht.

Das Buch ist ja schon ein paar Jahre alt und wenn dieses Jahr nicht der Film in die Kinos käme, wäre ich wahrscheinlich nie darauf gestoßen. Aber ich habe das Buch in den letzten Monaten immer mal wieder bei verschiedenen Buchbloggern und Booktubern gesehen und dann kam der ersten Trailer. Spätestens da war mir klar, dass ich das Buch lesen muss.

Allerdings muss ich zugeben, dass mir der Einstieg in die Geschichte etwas schwer gefallen ist. Es wird eine ganze Menge erklärt. Und zwar aus den 80ern. Ich habe die 80er nicht bewusst miterlebt und habe mich auch nie so groß dafür interessiert. Es ist aber eben so, dass es Großteils um die Dinge aus den 80er Jahren geht. Ich persönlich habe ein bisschen mehr von der dystopischen Welt erwartet. Aber das findet leider nur ganz am Rande statt.

Ab dem Moment, an dem die eigentliche Jagt beginnt, fand ich das Buch richtig spannend. Die ganze Jagt nach dem Ei und auch die Welt, in der Wade leben muss, fand ich wirklich gut. Aber auch hier kam es leider immer wieder zu Unterbrechungen. Es ist eben, wie ich oben schon schrieb, viel mehr auf die 80er fokussiert als auf die Welt, in der es spielt.

Trotz allem finde ich aber, dass das Buch sehr gut auch ein paar Probleme unserer Gesellschaft aufzeigt. Zum Beispiel dass wir gewillt sind, den Planeten zu einem Ort zu machen, an dem ein Überleben für die Menschheit kaum noch möglich ist. Und das nur für Geld, für Gewinn. Außerdem sind die reichsten Menschen unter anderem diejenigen, die  ein Spiel entwickelt haben. Denn auch wenn die Bevölkerung kaum zu essen hat, scheint das okay zu sein, solange sie spielen können. Das erinnert mich ein bisschen an unsere heutige Zeit, in der ein Schauspieler oder ein Sänger so viel mehr verdienen kann als eine Krankenschwester oder ein Feuerwehrmann.

Zu de Charakteren: Wade wirkte auf der einen Seite teilweise ziemlich naiv, aber auf der anderen Seite war er im manchen Situationen einfach extrem kalt. Es passiert zum Beispiel eine Sache in der Mitte des Buches, die wirklich schlimm ist. Und Wade reagiert irgendwie kaum darauf. Also er ergreift schon notwendige Maßnahmen, aber emotional passiert eben nicht besonder viel. Wer das Buch schon gelesen hat, wird wahrscheinlich wissen, was ich meine. Trotz allem war mir Wade symphatisch, auch wenn er manchmal Sachen getan hat, die ich nicht nachvollziehen konnte.
Aech mochte ich irgendwie am meisten, auch wenn er, genau wie die anderen Nebencharaktere, leider eher flach blieb. Am wenigsten mochte ich tatsächlich Art3mis. Ich fand sie irgendwie erst aufdringlich und dann zickig.

Alles in allem würde ich sagen, dass die Geschichte wirklich Spaß machen kann, wenn man nicht zu viel Tiefe erwartet und (ganz wichtig) wenn man den 80ern etwas abgewinnen kann. Na ja, und Computerspiele sollte man auch mögen, aber ich denke, das ist klar. Ich vergleiche es ein bisschen mit den Superheldenfilmen. Sie machen Spaß und ich schaue sie gerne an, aber man darf eben nicht all zu genau darüber nachdenken.
Auf jeden freue ich mich schon extrem auf den Film, denn die Trailer sehen klasse aus.

  • Autor: Ernest Cline
  • Verlag: Fischer Tor Verlag
  • Seiten: 544
  • Preis: 9,99 €
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