Rezension Die Perfekten

“Unwetter haben keine Angst”

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Rain lebt als Ghost unter dem Radar der Gesellschaft, denn eigentlich darf es sie nicht geben. Sie ist unautorisiert geboren und damit nicht berechtigt zu leben. Daher ist sie, zusammen mit ihrer Mutter, ständig auf der Flucht. Dieses Leben birgt nicht nur unzählige Gefahren sondern bringt auch Einsamkeit mit sich. Denn schon ihr ganzes Leben lang ist das oberste Gebot ” Vertraue niemandem”. Doch eines Tages bricht Rain diese Regel…

Ich hatte dieses Buch schon länger auf der Wunschliste aber wie das mit manchen Büchern so ist, man möchte sie eigentlich lesen, entscheidet sich dann aber doch für andere Bücher. So war es eben bei mir mit diesem Buch. Allerdings hatte ich vor zwei oder drei Wochen das Glück, ein Exemplar als eBook in einer Lovelybooks Leserunde zu gewinnen. Das beeinflusst natürlich auf keinen Fall meine Meinung.

Ich bin ja wirklich ein große Freund von Dystopien, das ist auf jeden Fall eines meiner liebsten Genre. Darum habe ich mich auch echt auf das Buch gefreut. Und es hat auch richtig gut angefangen. Ich konnte spüren, wie einsam Rain war und wie verzweifelt sie eigentlich dazugehören wollte. Auch wenn das System noch so kaputt ist. Aber ich habe eben auch schnell gemerkt, wie viel Angst sie hatte, entdeckt zu werden.

Die Welt in der Rain lebt, fand ich gut beschrieben. Die Menschen um sie herum sind krank und verzweifelt. Die Luft ist verunreinigt, Essen und Medikamente werden rationiert, die Menschen können nicht wirklich wählen was sie machen wollen. Und es gibt auch keine großen Chancen, irgendwann daraus zu entkommen. Nur die wenigsten bekommen überhaupt eine Chance, diesem Leben zu entkommen.

Und im Gegensatz dazu gibt es Aventin. Dort leben die Gesegneten, ein Weiterentwicklung der Menschen. Wesen mit perfekter DNA. Die Gesegneten leben natürlich in absoluten Luxus und sind dementsprechend auch sehr daran interessiert, dass diese Hierarchie genau so erhalten bleibt.

Also wie oben schon gesagt, der Anfang hat mir richtig gut gefallen. Ich wollte eigentlich immer weiter lesen, wollte wissen was es mit all dem auf sich hat.

Allerdings bin ich im Mittelteil nicht wirklich voran gekommen. Gefühlt habe ich ewig an dem Buch gelesen. Und ich kann nicht mal sagen warum das so war. Das einzige was mir mit der Zeit aufgefallen ist, ist dass ich keine wirklichen emotionalen Bindungen zu den Charakteren aufgebaut habe. Oder sagen wir zumindest die ersten zwei drittel der Geschichte. Dinge die passiert sind waren eben so. Das hat mich nicht groß berührt.

Das hat sich aber im letzten Drittel geändert. Ich hatte auf einmal eine ganze Menge Emotionen. Meisten war es allerdings Wut und Unverständnis. Ich kann natürlich nicht zu genau drauf eingehen, aber ich verstehe einfach nicht, wie man so sein kann. Ich würde an dieser Stelle total gerne Spoilern um meinem Ärger Luft zu machen, tue es aber natürlich nicht. Wer das Buch schon kennt, weiß vielleicht was ich meine.

Alles in Allem kann ich sagen, dass die Perfekten ein gutes Buch ist mit einem guten Anfang und einem richtig gutem Ende. Der Mittelteil hat für mich etwas geschwächelt und ich hatte so meine Probleme damit, eine Bindung zu den meisten Charakteren aufzubauen. Trotzdem freue ich mich aber schon auf den zweiten Teil, den ich auf jeden Fall lesen werde.

  • Autorin: Caroline Brinkmann
  • Verlag: ONE
  • Seiten: 608
  • Preis: 18,00 €
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