Rezension Die schwarze Zauberin

“Deren Blut ist mit allem möglichen Schmutz verseucht- Fae, Urisken … sogar Icarale”

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Elloren ist Gadnerierin und lebt mir ihrem Onkel und ihren beiden Brüdern in dem ziemlich abgelegenen Halfix. Ihr Volk legt größten Wert auf reines Blut und sie wächst mit den Schauergeschichten um die anderen Völker auf. Elloren ist die Enkelin der mächtigen schwarzen Hexe, besitzt selbst aber keinen Funken Magie. 
Als ihre Tante eines Tage zu Besuch kommt, und ihren Onkel zu überreden versucht, dass Elloren sich mit 17 Jahren endlich verwinden lassen soll, lehnt dieser entschlossen ab. Sein Plan ist es nämlich, dass Elloren zur Universität gehen kann um das Apothekerhandwerk zu erlernen. Elloren ist überglücklich, denn das war immer ihr Traum. Allerdings besuchen diese Schule unter anderem auch Elben, Celten und Lykaner. 

Ich habe dieses Buch bei einer Leserunde bei Lovelybooks gewonnen und war super glücklich darüber, denn ich hatte “Die schwarze Zauberin” schon eine ganze Weile auf meiner Wunschliste. Die Geschichte klang einfach richtig gut und das Cover ist ein Traum.
Als es hier angekommen ist, habe ich die ersten 25 Seiten rein gelesen und gleich gemerkt, dass das richtig gut werden kann.

Elloren lebt in einer Welt, in der sie selbst nicht wirklich über sich entscheiden darf. Solange sie mit keinem Mann verwunden ist, hat ihr Onkel das letzte Wort über ihr Leben. Davon abgesehen, ist es im Volk der Gardnerier ein unumstößlicher Glaube, dass sie die einzig wahren Kinder des Urvaters sind und damit besser als die anderen Völker. Vermischung von Blut wird nicht gern gesehen.

Ich habe diese Welt als phantastisch und Magisch empfunden. Ich konnte mir richtig die ländliche Gegend vorstellen, in der Elloren aufgewachsen ist, mit Wald und Wiesen und einem kleinen Häuschen. Aber um so länger man liest, desto mehr merkt man, dass die Welt im gleichen Maße grausam und engstirnig ist und voller Doppelmoral.

Die Charaktere haben mir wirklich gut gefallen. Ich mag Elloren, auch wenn ich sie an manchen Punkten einfach schütteln und anschreien wollte, damit sie endlich aufwacht. Aber sie ist eigentlich ein nettes Mädchen, die auf keinen Fall duckmäuserisch ist. Sie hat Sinn für Gerechtigkeit, auch wenn dieser Sinn manchmal mit ihrere Erziehung kollidiert. Oder Fallon zum Beispiel ist wirklich ein Biest. Ihr Umfeld hat Angst vor ihr und das genießt sie. Sie ist es gewöhnt, dass alles nach ihrer Pfeife tanzt. Und genau dies macht sie so unausstehlich. Jeder Charakter hat etwas, dass ihn besonders macht, egal ob im positiven oder im negativen Sinne.

Den Schreibstil fand ich super. Ich hatte erst etwas Angst, dass sich die 592 Seiten hier oder da etwas ziehen könnten, aber das war gar nicht der Fall. Und selbst wenn ich sagen muss, dass das Buch ab der hälfte oder dem letzten Drittel wesentlich kleinerer Schritte gemacht hat, als ich erwartet habe, war es nie langweilig. Ich hatte immer Lust, wieder in die Geschichte zurück zu kehren.

Es gab nur ein paar Kleinigkeiten, die mich gestört haben. Zum Beispiel war Elloren zwischendurch wirklich stur. Sie hat Dinge erwartet, die sie selbst nicht bereit war zu geben. Aber gerade als ich dachte, dass es jetzt langsam anfangen könnte, mich zu nerven, ist etwas passiert, wodurch sie endlich ins überlegen gekommen ist. Oder dass sie manchmal keine Emotionen zeigt, wo aus meiner Sicht eigentlich wirklich welche zu erwarten gewesen wären. In anderen Situationen ist sie dagegen ziemlich emotional. Auch habe ich eigentlich etwas erwartet, was nicht eingetreten ist. Gut, dafür kann im Grunde das Buch nichts, aber es hat mich doch etwas enttäuscht.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass mir die Geschichte wirklich gut gefallen hat und ich mich schon extrem auf den zweiten Teil freue. Ich hoffe nur, dass er nicht so lange auf sich warten lässt, gerade nach dem letzten Satz.

  • Autorin: Laurie Forest
  • Verlag: HarperCollins
  • Seiten: 592
  • Preis: 18,00 €
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